Visionäre und Alltagshelden

Zugspitzbahn Montage ©Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

Ingenieure – Bauen – Zukunft

Ingenieure spielen die Hauptrolle in der Ausstellung „Visionäre und Alltagshelden. Ingenieure - Bauen - Zukunft“. Denn als Erfinder, Gestalter, Unternehmer und Macher realisieren sie einerseits spektakuläre Projektideen, andererseits reagieren sie auf die alltäglichen Anforderungen seitens der Gesellschaft. Von der historischen Entwicklung des Berufsbildes wird ein Bogen zur Gegenwart mit Ausblick auf die Zukunft geschlagen. Protagonisten und Meilensteinprojekte, klassische Bauaufgaben und Innovationen dokumentieren die gesellschaftliche, kulturelle und technologische Relevanz des Bauingenieurwesens.

Die Technische Universität München präsentiert die Ausstellung in Kooperation mit dem Oskar von Miller Forum und dem M:AI - Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW. Vom 06. Juli bis 31. August 2018 zeigt die TUM die Ausstellung in der Immatrikulationshalle im Hauptgebäude der TUM, Arcisstr. 21.

Die Idee

„Wir wollen sauberes Wasser trinken, auf sicheren Brücken fahren, in guten, erdbebensicheren und schönen Häusern wohnen und uns über das Erscheinungsbild der Orte freuen, in denen wir leben.“
Wilhelm Vossenkuhl aus der Publikation zur Ausstellung

So beschreibt der Philosoph Wilhelm Vossenkuhl Grundbedürfnisse der Menschheit, wie Schutz, Versorgung und Mobilität, und macht damit die gesellschaftliche, kulturelle und technologische Relevanz des Bauingenieurwesens deutlich.

Die Ausstellung setzt sich zum Ziel, den Beruf des Bauingenieurs und die Bauwirtschaft als eine der Schlüsselindustrien in wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht zu zeigen. Gleichzeitig wird der spannende und vielseitige Leistungsumfang der Ingenieure und damit auch der Bauwirtschaft in allen Facetten dargestellt: faszinierend, umfassend, innovativ und lösungsorientiert. Von der Historie kommend mit dem Schwerpunkt auf aktuellen Projekten werden Ingenieurpersönlichkeiten, deren Innovationen, sowie Bauwerke vor dem Hintergrund der jeweiligen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Einflüsse gezeigt.

„Ingenieure im Bauwesen denken in jedem einzelnen Segment ihrer Arbeit, bei jedem einzelnen Projekt an das Ganze des Lebens und nicht nur an die Lösung eines Problems, und sie müssen an das Ganze denken. Die Baustoffe und die Statik lassen sich von der Gesundheit so wenig trennen wie von der Frage der Wirtschaftlichkeit oder von der Stadtplanung oder dem Umweltschutz. Diese Gesamtverantwortung ist schwer zu toppen.“
Wilhelm Vossenkuhl aus der Publikation zur Ausstellung


Die Publikation begleitend zur Ausstellung ist im DETAIL Verlag erschienen.
Ende 2018 wird die englische Version der Publikation erscheinen.

 

Die Ausstellung

Die Ausstellung ist in zwei Kernbereiche unterteilt. Eine Gesamtschau zeigt die historische Entwicklung des Berufsbildes: Meilensteinprojekte, Innovationen und herausragende Protagonisten sind mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignissen verknüpft. Der zweite Teil ordnet außergewöhnliche aktuelle Projekte in den Kontext der Herausforderungen und Bedürfnisse der Gesellschaft. Dabei zeigt die Bandbreite der unterschiedlichen Disziplinen im heutigen Ingenieurbauwesen, wie sich das Berufsbild vom klassischen Tragwerksplaner hin zum interdisziplinär denkenden und agierenden Ingenieur entwickelt hat.

Teil 1 - Gesamtschau – Netzwerke des Ingenieurwissens
Die Geschichte des Bauwesens wird in Zusammenhang mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ereignissen gesetzt. Einmalig dabei ist das Aufzeigen von Verbindungen und Netzwerken prägender Ingenieure, Erfinder und Unternehmer. Diese dreidimensionale Darstellung lässt die Besucher mehr über die Zusammenarbeit großer Persönlichkeiten der Baugeschichte erfahren und ungeahnte Querverbindungen entdecken.

Teil 2 – Meilensteine für die Zukunft
Im zweiten Teil der Ausstellung wird auf aktuelle Highlights der Ingenieurbaukunst eingegangen. Der Bauprozess spektakulärer und innovativer Bauwerke aus den Bereichen Transport/Mobilität, Wasser, Energie und Hochbau ist anhand von Fotos, Grafiken, Modellen und Videos dargestellt.

Beispiele:

Yavuz Sultan Selim Brücke 2016
Mit 1408 Metern Länge überspannt diese neuartige Hänge-/Schrägseilbrücke den Bosporus und verbindet Europa mit Asien.

Bayerische Zugspitzbahn 2017, Garmisch-Partenkirchen
Die Pendelseilbahn transportiert jährlich eine halbe Million Menschen auf die Zugspitze. Über die viereinhalb Kilometer lange Fahrt kreuzt sie nur eine Stütze, deshalb ist das freie Spannfeld mit 3.213 Metern das Längste der Welt.

Der Brennerbasistunnel, Österreich/Italien
Der unterirdische Eisenbahntunnel zwischen Innsbruck und Bozen, der bis 2025 fertig sein soll, wird mit 64 Kilometern Länge der längste Eisenbahntunnel der Welt.

New Oxford Circus, London UK
Oxford Circus im Herzen von London wird stündlich von 43.000 Menschen und 200 Autos überquert. Eine für Europa neue innovative Verkehrsführung verschafft Fußgängern und Radfahrern mehr Raum.

Schwimmender Windpark – Hywind Scotland
Vor der Küste Schottlands geht Ende 2017 ein Windpark in Betrieb, dessen fünf Windturbinen auf schwimmenden Fundamenten befestigt sind.

Großprojekt Emscher Umbau 2020, Ruhrgebiet / Deutschland
Die ökologische Umgestaltung der Emscher zu einem regionalen Entwässerungssystem ist nach dem Ende des Bergbaus im Ruhrgebiet eine Bauaufgabe von enormer Herausforderung.

Burj Khalifa 2010, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Das Gebäude ist mit 829,8 Metern - einschließlich der Antenne - der zurzeit höchste Wolkenkratzer der Welt. Gleichzeitig ist damit ein neuer Tragwerkstyp entstanden, der sogenannte „Buttressed Core“, der sich durch außerordentliche Quer- und Drehsteifigkeit auszeichnet.

Life Cycle Tower (LCT) One 2012, Dornbirn/Österreich
Holz als nachwachsendem Rohrstoff kommt beim Bauen eine neue Bedeutung zu. Durch Holzhybridbauweise erreicht der Life Cycle Tower als erster Holzhochbau sogar eine Höhe von 27 Metern.

Überdachung Nationalstadion Warschau 2011, Warschau/Polen
Stadiondächer aus leichten, transluzenten Membranstoffen prägen die Zukunft – freie Sicht für Zuschauer und Kameras, Beweglichkeit und optimale Lichtverhältnisse für Rasen und Leichtathletikbahnen.

ICD/ITKE FORSCHUNGSPAVILLON 2013/14, Stuttgart
Computerbasierte Entwurfs- und Simulationsverfahren und computergesteuerte Fertigungsketten sowie neuartige Faserverbundwerkstoffe ermöglichen es heute den komplexen Strukturen und Vorbildern aus der Natur näher zu kommen.

OSKAR VON MILLER FORUM

Das Oskar von Miller Forum ist eine Bildungsinitiative der Bayerischen Bauwirtschaft für die Ingenieure im Bauwesen und wird von der Stiftung des Bayerischen Baugewerbes getragen. Als international und interdisziplinär ausgerichtetes Begegnungszentrum im Bauwesen setzt das Oskar von Miller Forum mit seinem Programm herausragende Impulse für die Ausbildung angehender Bau- und Umweltingenieure und Architekten der Technischen Universität München sowie von Bautechnikern der Städtischen Fachschule für Bautechnik.

Im Oskar von Miller Forum finden regelmäßig Veranstaltungen rund um das Bauwesen statt. Mit Vorträgen von international renommierten Wissenschaftlern, Bauingenieuren und Architekten sowie Ausstellungen, die sich der Ingenieurbaukunst widmen, wird das Thema Bauen einem breiten Publikum näher gebracht.

Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW M:AI

Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW widmet sich seit dem Jahr 2005 aktuellen baukulturellen Themen. Es hat zwar sein Büro in Gelsenkirchen, aber kein festes Ausstellungsgebäude. Diese Form eines mobilen Museums ist weltweit einzigartig. So ist das M:AI in ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch über die Landesgrenzen hinaus unterwegs; seit 2008 schwerpunktmäßig mit Ausstellungen. Für jedes Thema entwickelt das M:AI ein eigenes, passendes Präsentationsdesign und das Ausstellungsgebäude wird so selbst zum anschaulichsten und größten Exponat.