Interkommunale Kooperationen

ILE-Prozesse in Bayern

Das Förderinstrument Integrierte Ländliche Entwicklung (kurz: ILE) war der Untersuchungsgegenstand des Forschungsvorhabens „Die ILE in der räumlichen Entwicklung“, welches in Kooperation des Lehrstuhls Bodenordnung und Landentwicklung (Fakultät BGU) sowie des Lehrstuhls für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land (Fakultät Architektur) bearbeitet wurde.

Untersuchungsgegenstand, Zielsetzung und Vorgehensweise

Ausgangspunkt der Untersuchung war es, die circa 65 bestehenden ILE-Prozesse in ganz Bayern (Stand: 2013) mit ungefähr 500 teilnehmenden Gemeinden umfassend zu analysieren.

Ziel war es die Entwicklungsansätze und damit verbunden inhaltlichen Ausrichtungen, Vorgehens-weisen sowie Akteurslandschaften der interkommunalen Kooperationen zu erfassen und zu prüfen, was und wie sie zur Bewältigung der den bestehenden und zukünftigen Herausforderungen ländlicher Räume beitragen können. Aus diesen Erkenntnissen konnten bestehende Optimierungsbedarfe und zukünftige Entwicklungsstrategien für ILE-Prozesse abgeleitet werden.

Die Untersuchung der ILE-Prozesse wurde in ein mehrstufiges Verfahren aufgeteilt, um im ersten Schritt einen Überblick über alle ILE-Prozesse und ihre Akteure, Arbeitsweisen und Erfolge generieren zu können und im zweiten vertiefenden Schritt sieben ausgewählte ILE-Prozesse hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausrichtung, Prozess- und Organisationsgestaltung, Akteure und räumlichen Zuschnitt genauer zu betrachten.

Ergebnisse des Forschungsvorhabens

Es zeigte sich, dass die ILE-Prozesse sehr unterschiedlichen Handlungs- und Entwicklungsansätzen folgen, wobei dennoch einzelne hemmende und fördernde Schlüsselelemente in den meisten ILE-Prozessen wiederkehrten. Ein hervorzuhebendes Schlüsselelement zur erfolgreichen Prozessentwicklung ist beispielweise, dass der ILE-Prozess ein Anliegen der Gemeinde sein muss und die Bürgermeister die Verantwortung für die Prozessentwicklung tragen müssen. Basierend auf den durchgeführten Untersuchungen gelingt die Bearbeitung unterschiedlicher Themenfelder besonders dann, wenn die Umsetzung von Projekten in der eigenen Zuständigkeit der Kommunen liegt und sich die beteiligten Kommunen in den Projekten wiederfinden. Als ebenfalls fördernd für einen ILE-Prozess hat sich die Begleitung durch einem Umsetzungsmanager heraus gestellt, der den ILE-Prozess stetig vorantreibt und neue Wege denkt. Außerdem sollte neben den Bürgermeistern als Schlüsselakteure einer solchen interkommunalen Kooperation, frühzeitig weitere regionale Akteure eingebunden werden, um die Umsetzung der Projekte und damit verbunden frühe Erfolge erreichen zu können.

Basierend auf diesen Untersuchungserkenntnissen konnten sechs Qualifizierungsstrategien für das Instrument ILE entwickelt werden, die einen Beitrag zu dessen Optimierung und Zukunftsfähigkeit leisten können. Dabei sollen bestehenden Stärken gestärkt und Schwächen verbessert werden. Im Anschluss an dieses Forschungsprojekt werden derzeit Expertenworkshops durchgeführt, um die Ergebnisse und entwickelten Strategien kritisch zu reflektieren und in einzelne Arbeitsschritte für ihre Umsetzung aufzugliedern.

Ansprechpartner:
Nina Kiehlbrei (Projektkoordination und Forschung), Tobias Bendzko (Forschung)
Prof. Dr. Walter de Vries (Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung),
Prof. Mark Michaeli (Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land)

Forschungszeitraum:
2014-2016

Auftraggeber:
Verwaltung für Ländliche Entwicklung Bayern