Kartographie

Die Kartographie beschäftigt sich seit jeher mit der Kartenerstellung. Durch den Wandel der Zeit veränderte sich die Kartographie zu einer vielschichtigen Disziplin. Zur Zeit der Entdecker war die Aufgabe des Kartographen, für seine Auftraggeber kostbare Karten, Atlanten oder Globen herzustellen. Heutzutage sind Karten ein digitales Massenprodukt, sie erlauben Planungs-, Analyse- oder Navigationsaufgaben rechnergestützt durchzuführen. Das Wesen einer Karte kann somit sehr unterschiedlich sein und ist durch die bestehenden Technologien schnell verfügbar und individuell reproduzierbar.

Technische Universität München - Stammgelände

Durch die Vielfalt räumlichen Daten muss der Kartograph damit umzugehen wissen, um für eine Nutzergruppe nur die relevanten Daten verständlich aufzubereiten. Seine Aufgaben liegen in der Datenverarbeitung beispielsweise die Vereinfachung (Generalisierung), Überführung (Aggregation) oder Bereitstellung (Speicherung) der Karteninformation.

Auch die Einbringung neuer Kartenkonzepte und Ideen für Navigation und Informationsvermittlung zählen zu seinen Aufgaben. Beispiele hierfür sind Applikationen für mobile Endgeräte wie Personal digital assistant (PDA) und Handy. Auch eine reduzierte cartoonartige, nicht photorealistische Darstelllung (Non-photorealistic rendering NPR) sowie kartenverwandte Darstellungen aus unterschieldichen Perspektiven in einer dreidimensionalen virtuellen Umgebung gehören zu den Aufgaben der modernen Kartographie.

Die Kartographie greift seit jeher auf die Erkenntnisse aus anderer Fachdisziplinen zurück. So wird aktuelles Wissen aus der Psychologie genutzt, um die Lesbarkeit von Karten durch die Berücksichtigung der menschlichen Wahrnehmung zu optimieren, oder die Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Karteninhalte zu lenken.

Somit lässt sich sagen, dass die Kartographie für die Kommunikation und das Verständnis von raumbezogenen Daten verantwortlich ist.

© Jan Greune