Bauen

Dem Bauwesen kommt besondere Bedeutung zu, da Bauen und Wohnen sowohl eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen als auch ein bedeutender Wirtschaftszweig und wichtiges Kulturgut sind. Mit nachhaltigen Baustoffen und Konstruktionen soll dem Idealfall des Bauens möglichst nahe gekommen werden: minimaler Verbrauch von Ressourcen, minimale Emissionen bei der Herstellung der Baustoffe, bei der Errichtung, beim Betrieb, beim Umbau und beim Abbruch einer Konstruktion.

Die thematischen Schwerpunkte sind beispielsweise Optimierung von Konstruktionsprinzipien, Dauerhaftigkeitsmanagement, Emissionen aus Baumaßnahmen und Bauen im Bestand. Diese Themen werden in Forschung und Lehre umgesetzt.

Infrastruktur

Verkehr ist heute mehr als die Erstellung von Verkehrsinfrastruktur. Zunehmend wichtiger wird der effiziente, umweltfreundliche und sichere Betrieb des Verkehrssystems. Verkehrsplanung wird zunehmend zur Gestaltungs- und Managementaufgabe eines komplexen Gesamtsystems, das sowohl Personen- und Güterverkehr als auch alle Verkehrsträger umfasst. Ein funktionierendes und leistungsfähiges Verkehrssystem ist Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Betrachtet man Verkehr als Gesamtsystem so wird deutlich, dass dieser Sektor eine eminent hohe volkswirtschaftliche Bedeutung hat (so ist z.B. der Verkehrsetat einer der größten Einzelhaushalte des Bundes). So werden Verkehrstechnik und Logistik als eine von 10 Zukunftstechnologien für die Initiative Bayern Innovativ genannt.


Das Leitthema 'Mobilität, Transport und Verkehr' reflektiert gut das Leitbild der Fakultät, ist geeignet für fakultätsübergreifende Vernetzungen und bietet Möglichkeiten zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung des modernen, interdisziplinär ausgerichteten Ingenieurberufs. Das Leitthema strebt eine Erweiterung der klassischen, ingenieurmäßigen Ausbildung des Verkehrsingenieurs in Richtung eines interdisziplinär und systemisch ausgerichtetem Berufsbild und eine entsprechende Ausweitung der Grundlagen- und Anwendungsforschung an. Der strukturelle Ansatz basiert auf einer Vernetzung der an der Hochschule über verschiedene Fakultäten verteilten Kompetenzen zu einem Lehr- und Forschungsverbund, der mit den vorhandenen Ressourcen die etablierten beruflichen Ausbildungsgänge und Forschungsfelder bedient und über zusätzlich zu schaffende Ressourcen neue Verbundthemen in Ausbildung und Forschung erschließt. Ein zentrales Element des Verbundes ist der Aufbau eines Wissensnetzes als Public-Private Partnership aus Industrie, Verwaltung und Wissenschaft.

 

Umwelt

Eines der zentralen Leitthemen der Technischen Universität München ist der Themenkomplex Umwelt und Energie, der auf der internationalen Agenda einen Spitzenplatz einnimmt. Der Umgang mit Naturgefahren und Katastrophenvorsorge, d. h. das Thema „Preparedness“ (allgemeiner als Disaster and Risk Management bezeichnet) auf Basis einer komplexen Information, Prävention und Intervention, ist für die bebaute und unbebaute Umwelt von hoher Bedeutung und hat somit einen hohen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Stellenwert. Das Thema stellt damit einen vorsorgenden Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz und zur Bewältigung von Umweltproblemen dar.

Im Einzelnen geht es um präventive und post disaster Methoden, Strategien und Maßnahmen. Verschiedene Einheiten der Fakultät widmen sich den relevanten Forschungsfragen auf den Gebieten von Disaster and Risk Management in bebauten und unbebauten Bereichen. Wie nicht anders möglich, sind die sozioökonomischen Aspekte dabei Dreh- und Angelpunkt vieler forschungsleitenden Fragen. Ziel ist die Erarbeitung eines durchgängigen Konzeptes aus einer Hand zu unterschiedlichen Risikobereichen wie z.B. Hochwasser, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Rutschungen und Massenbewegungen etc..

Die wesentlichen Elemente der Lehre sind der in Abstimmung mit der LMU (im gemeinsamen Geozentrum) laufende Masterstudiengang Ingenieur- und Hydrogeologie sowie der Bachelor- und Masterstudiengang Umweltingenieurwesen und der internationale postgraduierte (englischsprachige) Masterstudiengang Land Management and Land Tenure, der inhaltlich weiter in Richtung Disaster Risk Management ausgebaut wird.

Planet Erde

Klimawandel, Treibhauseffekt und Meeresspiegelanstieg sind inzwischen alltägliche Begriffe geworden. Dies spiegelt die wachsende Bedeutung globaler, geophysikalischer Prozesse für politische Entscheidungen sowie ökonomische, ökologische, soziale und technologische Entwicklungen wider.

Aufgabe der Erdsystemwissenschaften ist es, dynamische Veränderungen und Prozesse in und auf der Erde, den Ozeanen und der Atmosphäre zu erfassen sowie ihre gegenseitigen Wechselwirkungen zu modellieren.


Da es sich bei diesen Prozessen um globale Phänomene handelt, ist eine globale Beobachtung des Systems Erde unerlässlich. Wie man auch ein großes Bild am besten aus einigen Schritten Entfernung betrachtet, um es in seiner Gesamtheit zu erfahren und die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bildteilen zu erkennen, betrachtet man auch die Erde vorteilhaft aus einiger Entfernung. Hierzu werden in zunehmendem Maße Erdbeobachtungssatelliten eingesetzt, z.B. der Fernerkundungssatellit ENVISAT oder die geodätisch-geophysikalischen Satelliten CHAMP und GRACE. Derartige Satelliten beobachten die Zusammensetzung der Atmosphäre, den Meeresspiegel, die Eisbedeckung der Pole, die Vegetationsstruktur über den Kontinenten, das Gravitations- und Magnetfeld der Erde und vieles mehr.


Erdwissenschaftliche Satellitenmissionen sind wesentlich von der Geodäsie geprägt. Zum einen durch die Messverfahren der Photogrammetrie und Fernerkundung und die Visualisierung der Ergebnisse (Kartographie), zum anderen aber auch durch die Schaffung wichtiger Grundlagen für andere Disziplinen. So bildet die Realisierung globaler Koordinatensysteme und deren Verknüpfung mit raumfesten Systemen (in denen die Satellitenpositionen definiert werden) die Basis jeglicher Messung und Auswertung. Die Oberflächengeometrie der Erde (inkl. der Ozeane), ihre Rotation und Orientierung im Raum, sowie ihr Gravitationsfeld sind wichtige Randbedingungen für andere Erdwissenschaften - alle dynamischen Prozesse bilden sich als Veränderungen dieser Größen ab. Beispielsweise verändert ein Erdbeben die Oberflächengestalt, beeinflussen globale Windsysteme die Erdrotation oder variiert das Gravitationsfeld durch die Verlagerungen ozeanischer Massen


An der Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt arbeitet das Institut für Astronomische und Physikalische Geodäsie sowie das Institut für Photogrammetrie und Kartographie an der Realisierung, Auswertung und Nutzung verschiedener Satellitenmissionen – nicht nur für die Erdbeobachtung, sondern auch für interplanetare Missionen, z.B. zum Mars. Dabei ergeben sich enge Verbindungen zu Anwendungsfächern wie Geophysik oder Ozeanographie, aber auch zu den Ingenieurfächern Maschinenwesen und Elektrotechnik, die sich mit der Bahn- und Lageregelung der Satelliten, den verwendeten Sensoren oder der Verarbeitung der anfallenden Rohdaten beschäftigen.


Neben dem rein geodätischen Studiengang Geodäsie und Geoinformation ist an der Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt auch der interdisziplinäre, internationale Masterstudiengang ESPACE (Earth Oriented Space Science and Technology) angesiedelt, der die verschiedenen Aspekte der Entwicklung und Auswertung erdwissenschaftlicher Satellitentechniken in national und international einzigartiger Weise verknüpft.