Berufsaussichten

Wer seinen Master in "Geodäsie und Geoinformation" in der Tasche hat, der hat derzeit, und auch in absehbarer Zukunft, beste Aussichten auf einen spannenden und vielseitigen Arbeitsplatz.

Ausschlaggebend hierfür sind vor allem folgende Entwicklungen:

  • Während der Einsatz moderner Technologien (z. B. Geoinformationssysteme, Laserscanning, Satellitennavigation, etc.) in manchen Bereichen der "klassischen Vermessung" für eine gewisse Rationalisierung gesorgt hat, haben gerade diese Innovationen auch zur Entstehung völlig neuer Berufsfelder beigetragen. So kommen gut ausgebildete Geodäten heute z. B. bei der Erstellung digitaler 3D-Stadtmodelle, bei der Auswertung von Crashtests oder bei der Entwicklung von Navigations- und Steuerungssystemen zum Einsatz. Der Aufbau des europäischen Galileo-Systems verspricht hier einen weiteren Schub für den Arbeitsmarkt.

  • Während sich Geodäten in früheren Jahren fast ausschließlich auf das Sammeln und Aufbereiten von Daten beschränkten, kommen sie heute auch in den nachgeordneten Prozessen der Planung bzw. sonstigen Nutzung der gewonnenen Informationen zum Einsatz.

  • Der Mensch verändert seine Umwelt derart rasant, und auch die Gestalt der Erde ändert sich fortwährend (Plattentektonik, Erdbeben, Gletscherschmelze, Meeresspiegelanstieg, etc.), so daß ein Ende der Erfassung der Erdoberfläche nicht in Sicht ist. Verstärkt wird dies durch den wachsenden Anspruch an die Genauigkeit geodätischer Produkte.

  • Trotz dieser attraktiven Rahmenbedingungen hat sich in den letzten Jahren eine zu geringe Zahl von Studienanfängern für die Geodäsie interessiert. Sollten sich die Anfängerzahlen in den kommenden Jahren nicht erholen, droht auf lange Sicht ein akuter Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Auswahl von Pressemeldungen zum Thema "Berufsaussichten in der Geodäsie" aus den vergangenen Jahren:

  • Geleitwort des DVW-Präsidenten (Das deutsche Vermessungs- und Geoinformationswesen 2011, Oktober 2010)
    Verwaltung, freier Beruf und Wissenschaft beklagen eine mittlerweile gravierende Unterdeckung an Studierenden und Absolventen und dies bei absehbar hervorragenden Berufsaussichten.

  • Jeder Zentimeter zählt (VDI nachrichten, Ingenieurkarriere 1/2008, 18.04.08)
    "Jährlich kommen ungefähr 450 bis 500 Absolventen auf den Arbeitsmarkt. „Deren Zahl ist in den letzten Jahren merklich zurückgegangen“, sagt Hagen Graeff, Präsident der Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement (DVW). „Die Arbeitslosenquote liegt daher nahe bei null.“ [...] Häufig würden händeringend Mitarbeiter gesucht. DVW-Präsident Graeff und Burkhard Kreuter vom VDV erwarten übereinstimmend, dass es auch im öffentlichen Dienst im Lauf der kommenden zehn Jahre viele neu zu besetzende Stellen geben wird, da bedingt durch die Altersstruktur ein erklecklicher Teil der dortigen Mitarbeiter in den Ruhestand geht."

  • Geoinformatiker (karriere-journal.monster.de, 20.08.07)
    "Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für junge Absolventen hervorragend: "Die Branche sucht junge Leute, die Anwendungen im Web nicht nur bedienen, sondern auch anpassen können", erklärt [Prof. Matthäus] Schilcher. Da die Arbeitgeber in den vergangenen Jahren ihre Belegschaften stark reduziert haben, steuern sie nun auf einen Fachkräftemangel zu."

  • Geodäten arbeiten als technische Dienstleister (VDI nachrichten, 03.11.06)
    "BDVI und DVW bezeichnen die Berufsaussichten als gut, auch wenn es nicht immer der Wunscharbeitsplatz wird. [...] Die Arbeitslosenquote von etwa 4% ist geringer als bei vielen anderen Ingenieurwissenschaften."

  • Geodäten und Geoinformatiker auf Erfolgskurs (Universität Hannover/DGK, 04.10.06)
    "Der kommende Ingenieurmangel ist heute bereits deutlich spürbar. Ich gehe davon aus, dass unsere zukünftigen Absolventen auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Möglichkeiten haben."