KliMoBay

Klimaschutz- und Anpassungspotentiale in Mooren Bayerns

 

Moore sind wahre Multitalente – sie speichern große Mengen CO2, verzögern bei Hochwasser den Abfluss und sind Horte der Artenvielfalt. Durch Entwässerung verlieren sie diese Multifunktionalität und werden von der Kohlenstoffsenke zur CO2-Emissionsquelle. Durch Wiedervernässungsmaßnahmen sollen diese negativen Entwicklungen verlangsamt und möglichst gestoppt werden.

Im Kooperationsprojekt KliMoBay arbeiten die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement der TUM zusammen.  Das KliMoBay-Projekt wird die Aktivitäten des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz im Moorschutz mit der Entwicklung von Klimaschutzpotentialkarten und Anpassungspotentialkarten inkl. eines differenzierten Maßnahmenkatalogs unterstützen. Zur Erfolgskontrolle werden jährliche gesamtflächenhafte Emissionskarten modellbasiert gerechnet. Das Projekt KliMoBay leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung des Masterplans Moore in Bayern.

Das vom Lehrstuhl für Hydrologie und Flussgebietsmanagement geleitete Teilprojekt bestimmt moorhydrologische Prozesse und Parameter in repräsentativen Moorgebieten und erstellt für alle bayerischen Moore eine detaillierte Karte der saisonalen Moorwasserstände. Im Projekt werden zuerst historische Datensätze über moorhydrologische Studien gesammelt. Diese Daten werden dann mit Hilfe von intensiven Messkampagnen ergänzt. In drei ausgewählten Gebieten werden Wasserstände und Abflüsse mit prozessbasierten Modellen simuliert und anschließend mittels statistischen Modellansätzen auf die Moorflächen in ganz Bayern übertragen. Die prozessbasierten und statistischen Modelle werden am Ende des Projektes dazu verwendet, Szenarien bis zum Jahre 2050 zu berechnen unter Berücksichtigung regionaler, anthropogener und klimatischer Einflussgrößen. Dabei werden entwässerte und wiedervernässte Moore untersucht, die Folgen des Klimawandels auf die Moorhydrologie betrachtet und Anpassungspotenziale durch ein geregeltes Wassermanagement mittels Grabeneinstau oder Dränmanagement erarbeitet.

Laufzeit: März 2019 - Dezember 2022
Projektfinanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), Kofinanzierung durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Gesamt-Projektleitung: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), Prof. Dr. Matthias Drösler
Projektpartner: Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL); Technische Universität München (TUM)
Projektleitung LS Hydrologie und Flussgebietsmanagement: Prof. Dr.-Ing. Markus Disse, Prof. Dr. Gabriele Chiogna, Dr. rer. nat. Alexander Gerner, M.Sc. Sebastian Friedrich, Dipl.-Geoökol. Michael Tarantik