"Land der Ideen": Auszeichnung für Prof. Thomas H. Kolbe und Prof. Richard Bamler - Intelligente 3D-Stadtmodelle und satellitengestützte Bodenbewegungskarten

Mit dem Projekt "Smart District Data Infrastructure - Intelligente 3D-Stadtmodelle" gehört der Lehrstuhl für Geoinformatik der Technischen Universität München (TUM) zu den 100 Preisträgern des Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen". Auch das Projekt "Satellitengestützte Bodenbewegungskarte für Deutschland" unter Beteiligung des Lehrstuhls für Methodik der Fernerkundung wurde ausgezeichnet.


Der Lehrstuhl für Geoinformatik der TUM ist Preisträger im bundesweiten Innovationswettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2016. (Bild: Deutschland – Land der Ideen/photogenika.de)

Der Lehrstuhl für Geoinformatik der TUM ist mit dem Projekt "Smart District Data Infrastructure - Intelligente 3D-Stadtmodelle" Preisträger im bundesweiten Innovationswettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2016. Die Auszeichnung nahm Prof. Thomas H. Kolbe am 11. November auf dem Center-Day des Leonhard Obermeyer Center (LOC) entgegen. Das LOC bündelt die Kompetenz von über 60 Forschern an 5 Lehrstühlen der TUM im Bereich digitales Planen und Bauen.

Zum Thema "NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell" des Wettbewerbs "Land der Ideen" liefert das Projekt der Geoinformatiker eine Antwort auf die Frage, wie smarte dreidimensionale Stadtmodelle Metropolen helfen können, zukünftige Entwicklungen zu simulieren und Lösungen zu entwickeln.

In der Smart District Data Infrastructure (SDDI) werden alle Informationen, Sensoren und Anwendungen unterschiedlicher Fachdisziplinen in einem gemeinsamen, sogenannten semantischen 3D-Stadtmodell, das auf dem internationalen CityGML-Standard basiert, zusammengeführt. Dieses 3D-Modell bietet dabei mehr als nur eine hübsche Visualisierung: Es ist zugleich fachübergreifende Datendrehscheibe und wesentliche Grundlage für die meisten Simulationen und Analysewerkzeuge.

So können zum Beispiel der Energiebedarf der Gebäude, ihre baulichen Zustände wie der Sanierungsgrad und sozio-ökonomischen Kennzahlen wie etwa die Einwohnerzahl im virtuellen Modell miteinander in Beziehung gesetzt werden. Es ist auch möglich, die Auswirkungen geplanter Umbauprojekte auf die verschiedenen Bereiche wie Umwelt, Mobilität, Energie und Soziales gleichzeitig zu betrachten. Mit der SDDI werden dabei bestehende Informationssysteme nicht ersetzt, sondern auf der Basis internationaler Standards intelligent miteinander vernetzt.

Bodenbewegungen millimetergenau beobachten

An einem weiteren ausgezeichneten Projekt ist die TUM mit dem Lehrstuhl für Methodik der Fernerkundung als Partner des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Gewürdigt wurde die Kooperation mit dem DLR und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bei der "Satellitengestützten Bodenbewegungskarte für Deutschland". TUM-Lehrstuhlinhaber Prof. Richard Bamler ist dabei gleichzeitig Direktor des Instituts für Methodik der Fernerkundung am DLR.

Die Wissenschaftler entwickelten eine Methode, die es Ihnen erlaubt Bodenbewegungen großflächig und auf den Millimeter genau zu bestimmen. Dazu werten sie Daten der Radarsatelliten der ESA mit der sogenannten Persistent Scatterer Interferometry (PSI) aus und kartieren damit Bodensenkungen und -hebungen auf der Fläche des gesamten Bundesgebiets.

Die BGR möchte mithilfe der neuen Methode die Auswirkungen von Energiespeicherung, Geothermie, Bergbau, Gas- und Ölförderung sowie vulkanischer und tektonischer Bewegungen sichtbar machen. Außerdem ist es möglich zu erkennen, ob durch etwaige Hohlräume unter der Erde Bauten wie Brücken oder Häuser gefährdet sind.