Gotthard Tunnel

Am Gotthard und am Lötschberg entstehen derzeit zwei neue Eisenbahntunnel, womit die Schweiz an das internationale Schnellverkehrsnetz angebunden und der wachsende Güterverkehr über die Alpen bewältigt werden soll. Der Gotthard Basistunnel wird nach Fertigstellung mit einer Länge von 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt sein. Die zwei neuen Linien führen mit einer Steigung von max. 0,4% durch die Alpen, nicht wie bisher über die Alpen, sie sind also als Flachbahn konzipiert. Der Tunnel wird aus logistischen Gründen und um die Bauzeit zu verkürzen mit fünf Angriffen gleichzeitig aufgefahren. Neben den beiden Portalen in Erstfeld und Bodio wird von Amsteg und Faido seitlich in den Berg, in Sedrun rund 800 m senkrecht nach unten gebohrt, um dort Zwischenangriffe vorzutreiben. Die für den Ausbruch verwendeten Tunnelvortriebsmaschinen haben einen Durchmesser von knapp 10 m, ein Gewicht von 3200 t und eine Länge von über 400 m. Das Gesamtvolumen des aus dem Gotthard-Massiv entnommenen Materials entspricht dem 5-fachen Volumen der Cheops-Pyramide. Der Grossteil davon wird mit dem Zug abtransportiert, in Fluelen auf Bote verladen und im südlichen Bereich des Urnersees verkippt. Im Zuge einer Renaturierung des Sees werden damit künstliche Naturschutzinseln geschaffen. Nach Fertigstellung im Jahre 2015 können durch den Gotthard Basistunnel Personenzüge mit bis zu 250 km/h und Güterzüge mit bis zu 160 km/h fahren.

Ausführlicher Artikel im TUM Wissenschaftsmagazin "Faszination Forschung"

Palmeninsel Dubai

Luxus pur erfordert technische Meisterleistung. Vor der Küste Dubais, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, werden momentan drei Inselkomplexe gebaut. Spezialfirmen saugen mit überdimensionalen "Staubsaugern" Meeressand vom Boden, um ihn satellitengesteuert an der richtigen Stelle zur Schüttung der Inseln zu platzieren.

Damit die Inseln vor Erosion geschützt sind und die unzähligen Luxushotels, Shoppingcenter und Villen vor dem sprichwörtlichen Untergang bewahrt werden, sind besondere technische Finessen erforderlich. Es sind oft Bauwerke, die die Menschen faszinieren. Große, begreifbare Objekte, mit denen nicht nur Wohlstand, sondern auch technische Fertigkeiten unter Beweis gestellt werden.

Pont du Gard

Der Pont Du Gard ist ein Aquädukt, also eine große Wasserleitung, das von den Römern gebaut wurde. Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen ist eine der Hauptaufgaben der Ingenieure unser Fachbereiche. Ohne die Sicherstellung der Versorgung hätte sich keine Hochkultur entwickeln können.

So schreibt zum Beispiel Robert Harris in seinem Bestseller „Pompeji“: „Senatoren mochten von Imperien träumen, Soldaten mochten sie erobern; aber es waren die Baumeister, die Männer, die die Straßen planten und die Aquädukte anlegten, die sie buchstäblich bauten und Rom seine globale Reichweite verliehen.“

Staudamm Wadi Mujib

Der Mujib Dam (dam: engl. für Staumauer) im Wadi Mujib liegt ca. 60km südlich der jordanischen Hauptstadt Amman und 30km östlich vom Toten Meer. Das Projekt ist Teil des "Hashemite Kingdom of Jordan Southern Gors Integrated Development Project", dessen Ziel die Regulierung und Speicherung von Wasser ist. Das Wasser des Mujib Dam wird für die Chemische Industrie am Toten Meer, den Tourismus und die Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet.

Das Wadi Mujib liegt im Bereich des semiariden bis ariden Klimas. Regnerische Winter wechseln sich mit sehr heißen und trockenen Sommern ab. Der mittlere jährliche Niederschlag liegt bei ca. 154mm (vergl.: München: 900 – 1000mm).

Der Mujib Dam speichert in seinem 35 Mio.m3 großen Stausee das Wasser aus einem 4.385km2 großen Einzugsgebiet (vergl.: Volumen Staffelsee = 75Mio.m3, Einzugsgebiet = 80km2). Das Absperrbauwerk im Wadi Mujib besteht aus einer Staumauer aus "Roller Compacted Concrete" (Walzbeton) und Erdschüttdämmen im Bereich der Talflanken. Die 62m hohe Mauer hat eine Kronenlänge von 500m. Sie wurde aus 720.000 m3 Walzbeton errichtet. Durch die Mauer führen zwei rechteckige Stollen (3,5 × 4,5m), durch die insgesamt 580m3 Wasser pro Sekunde abfließen können. Große Hochwasser werden über die 345m breite getreppte Schussrinne über den Mauerrücken abgeführt.

Transrapid Shanghai

Bereits vor über 70 Jahren legte Herman Kemper mit der Erfindung der elektromagnetischen Schwebebahn den Grundstein für eines der innovativsten Verkehrsmittel der Zukunft.

Nach langjährigen Forschungen, Weiterentwicklungen und zahlreichen Tests von hochmodernen Fahrzeugen und Fahrwegen auf der Transrapid-Versuchsstrecke in Lathen im Emsland wurde am 1. Januar 2003 in China die erste kommerziell genutzte Transrapidstrecke eröffnet, welche die Millionenmetropole Shanghai mit deren neuen Flughafen Pudong verbindet. Mit Spitzengeschwindigkeiten von derzeit 430 km/h benötigt der Zug für die 30 km lange Strecke lediglich sieben Minuten.

Der in China zum Einsatz gekommene Transrapid wurde sowohl hinsichtlich des Fahrwegs als auch der Fahrzeuge weitgehend in Deutschland entwickelt. Im Vergleich zu Eisenbahnlinien sind die Anforderungen an den Fahrweg beim Transrapid bedeutend größer, da aus betriebstechnischen Gründen nur sehr geringe Setzungen zulässig sind. Die in China zum Einsatz gekommenen Hybridträger wurden vor Ort produziert und die gesamte Trasse in weniger als zwei Jahren erstellt.