Retentionspotentialstudie am Inn

Gesamtprojektleitung: Prof. Dr.sc.tech. Peter Rutschmann
Projektkoordination: Dr.-Ing. Richard Huber
Bearbeitungszeit: 01.01.2016 - 
Auftraggeber: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Bürgermeister-Ulrich-Straße 160, 86179 Augsburg

Motivation

Ausgelöst durch das Hochwasser vom Juni 2013 haben Bayern und Österreich nach einem längerem Abstimmungsprozess Mitte 2015 beschlossen, die Möglichkeiten der Hochwasserrückhaltung am außeralpinen Inn ab Oberaudorf (rund 210 km) und an der Salzach ab der Saalachmündung (rund 60 km) in einem gemeinsamen Projekt systematisch untersuchen zu lassen. Betrachtet wurden insbesondere Flutpolder, größere Deichrückverlegungen und Staustufenmanagement.

Grundsätzlich wurden dabei die Verhältnisse auf beiden Seiten von Inn und Salzach betrachtet, also auch an Flussstrecken, die die gemeinsame Grenze von Österreich und Deutschland bilden. Zur Abschätzung der Auswirkungen auf die Donau wurde noch der Donauabschnitt von Passau bis Jochenstein mit dem Pegel Achleiten berücksichtigt. Weitergehende Untersuchungen unterhalb der Landesgrenze bei Jochenstein können unabhängig von dieser Retentionspotentialstudie durchgeführt werden.

Aufgabenstellung

In einem ersten Schritt in den Teilprojekten A und B mussten verschiedene typische Hochwasserszenarien als hydrologische Eingangsdaten für die numerischen Simulationen und die Laborversuche in den nachfolgenden Teilprojekten entwickelt, definiert und abgesichert werden.

In Teilprojekt C waren die Möglichkeiten einer positiven Beeinflussung von Hochwasserwellen durch ein gezieltes Staustufenmanagement am Inn zu untersuchen.

Die Identifizierung und Priorisierung potentieller Standorte für gesteuerten Rückhalt und Deichrückverlegungen sowie deren positiver Einfluss auf Hochwasserwellen erfolgte in Teilprojekt D.

Aufgrund des alpinen Einzugsgebiets waren in Teilprojekt E auch morphologische Aspekte wie z. B. die Mobilisierung und Ablagerung von Geschiebe und Feinmaterial im Flusslauf, auf den Überflutungsflächen und in potentiellen Rückhalteräumen zu bearbeiten.

In Teilprojekt F wurde abschließend der Feststofftransport in Stauräumen mittels eines großmaßstäblichen physikalischen Laborversuchs untersucht und anhand der gewonnenen Versuchsdaten die Leistungsfähigkeit hydromorphologischer Software bei der Simulation dieser Vorgänge überprüft.